Immobilie verkaufen: 7 Schritte zum Erfolg

Jürg Furter
26.03.2026
Immobilie verkaufen: 7 Schritte zum Erfolg

Der Verkauf einer Immobilie im Aargau erfordert eine klare Planung und Struktur. Um den Prozess effizient zu gestalten, sind folgende Schritte zentral:

  1. Immobilie bewerten und vorbereiten: Prüfen Sie den Zustand, dokumentieren Sie Mängel und erledigen Sie kleinere Verbesserungen. Sorgen Sie für vollständige Unterlagen (z. B. Grundbuchauszug, Energieausweis).
  2. Marktgerechten Preis ermitteln: Nutzen Sie Bewertungsmethoden wie die Vergleichswertmethode und ziehen Sie Experten hinzu, um Über- oder Unterbewertungen zu vermeiden.
  3. Verkaufsunterlagen zusammenstellen: Sammeln Sie alle relevanten Dokumente wie Katasterpläne, Renovationsnachweise und Mietverträge (bei vermieteten Objekten).
  4. Immobilie vermarkten: Setzen Sie auf hochwertige Fotos, 3D-Rundgänge und Inserate auf Immobilienportalen sowie in lokalen Zeitungen.
  5. Besichtigungen durchführen: Bereiten Sie die Immobilie vor, achten Sie auf Sauberkeit und Transparenz bei der Kommunikation mit Interessenten.
  6. Verhandeln und Käufer prüfen: Klären Sie die Zahlungsfähigkeit der Käufer durch Bankgarantien oder unwiderrufliche Zahlungszusagen.
  7. Rechtlichen Abschluss sichern: Lassen Sie den Kaufvertrag notariell beurkunden und die Immobilie ins Grundbuch eintragen.

Mit diesen Schritten können Sie die Verkaufsdauer verkürzen, rechtliche Fehler vermeiden und einen optimalen Preis erzielen. Eine professionelle Begleitung durch Makler oder Bewertungsdienste kann den Prozess weiter erleichtern.

7 Schritte zum erfolgreichen Immobilienverkauf im Aargau

7 Schritte zum erfolgreichen Immobilienverkauf im Aargau

Schritt 1: Immobilie bewerten und vorbereiten

Zustand Ihrer Immobilie prüfen

Bevor Sie Ihre Immobilie verkaufen, sollten Sie sie gründlich unter die Lupe nehmen. Gehen Sie Raum für Raum durch und überprüfen Sie technische Systeme wie Heizung, Küche und Sanitäranlagen. Machen Sie eine Liste von Extras, die den Wert Ihrer Immobilie steigern könnten, wie etwa Photovoltaikanlagen, Cheminées, Pools, Garagen oder Wintergärten.

Sorgen Sie dafür, dass alle wichtigen Dokumente bereitliegen: ein aktueller Grundbuchauszug, der Bebauungsplan vom Katasteramt und Originalpläne vom Bauamt. Diese Unterlagen sind nicht nur für Interessenten wichtig, sondern auch für die Finanzierung. Ein gültiger Energieausweis (GEAK) ist ebenfalls unverzichtbar. Dieser muss von qualifizierten Fachleuten wie Architekten, Ingenieuren oder Heizungsfachleuten ausgestellt werden.

Transparenz ist hier das A und O: Dokumentieren Sie Mängel, um spätere Konflikte zu vermeiden. Halten Sie ausserdem eine Übersicht über vergangene Renovationen bereit, inklusive Jahreszahlen und Kosten. Auch Nebenkosten- und Wartungsabrechnungen sollten griffbereit sein.

Wenn der Zustand geprüft und die rechtlichen Voraussetzungen geklärt sind, können Sie mit kleinen, gezielten Massnahmen den ersten Eindruck Ihrer Immobilie verbessern.

Kostengünstige Verbesserungen vornehmen

Es muss nicht immer eine teure Renovation sein. Oft reichen kleine, gezielte Verbesserungen, um den Eindruck Ihrer Immobilie aufzuwerten. Grössere Investitionen lohnen sich selten, da sie nicht unbedingt den Geschmack der Käufer treffen und den Wert nicht proportional steigern. Stattdessen sollten Sie oberflächliche Mängel beheben: streichen Sie abblätternde Farbe, reparieren Sie tropfende Wasserhähne, ölen Sie quietschende Dielen und erneuern Sie verschimmelte Fugen. Solche Details können sonst schnell den Eindruck von Vernachlässigung vermitteln.

Der erste Eindruck zählt – besonders der Eingangsbereich. Tauschen Sie alte Briefkästen oder Hausnummern aus, um die Immobilie sofort einladender wirken zu lassen. In der Küche können Sie mit wenig Aufwand viel bewirken, etwa durch das Streichen der Schränke oder den Austausch von Beschlägen und Armaturen gegen moderne Varianten aus gebürstetem Nickel oder mattem Edelstahl. Räume wirken grösser und heller, wenn sie gründlich gereinigt und von überflüssigen Möbeln befreit werden. Wählen Sie beim Anstrich neutrale Farbtöne, um möglichst viele Interessenten anzusprechen.

Mit diesen Vorbereitungen schaffen Sie die Grundlage für eine erfolgreiche Wertbestimmung und Vermarktung Ihrer Immobilie. Solche kleinen Massnahmen machen oft den entscheidenden Unterschied.

Schritt 2: Den richtigen Immobilienwert ermitteln

Bewertungsmethode auswählen

Die Wahl der passenden Bewertungsmethode hängt vom Immobilientyp ab. Für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen im Aargau eignet sich besonders die Vergleichswertmethode, auch als hedonische Methode bekannt. Diese Methode nutzt Transaktionsdaten ähnlicher Objekte in der Region und liefert schnelle, datenbasierte Ergebnisse. Die Realwertmethode (Sachwertmethode) hingegen wird oft für selbstgenutzte Wohnimmobilien angewendet. Sie setzt sich aus dem aktuellen Gebäudewert und dem Landwert zusammen. Bei Renditeobjekten wie Mehrfamilienhäusern wird der nachhaltige Mietertrag durch einen Kapitalisierungssatz (zwischen 4 und 7 %) geteilt.

Seit dem 1. Januar 2025 verwendet der Kanton Aargau ein digitalisiertes Bewertungsverfahren. Dieses basiert auf realen Kauf- und Mietpreisen und wird alle fünf Jahre aktualisiert. Die Preisunterschiede zwischen den Gemeinden sind dabei erheblich: In Aarau liegt der Durchschnittspreis für Häuser bei CHF 9'901/m², während er in Aarburg etwa CHF 6'979/m² beträgt.

„Am Anfang jedes erfolgreichen Immobilienverkaufs steht eine professionelle Bewertung." – Immofactor

Um die Genauigkeit der ermittelten Werte zu gewährleisten, ist eine professionelle Begutachtung ratsam.

Mit professionellen Bewertern zusammenarbeiten

Eine objektive Bewertung ist der Schlüssel, um Ihre Immobilie erfolgreich zu verkaufen und zu vermeiden, dass sie zum «Ladenhüter» wird. Ein überhöhter Preis kann potenzielle Käufer abschrecken und den Verkaufsprozess unnötig in die Länge ziehen. Professionelle Bewerter berücksichtigen wichtige Faktoren wie Dienstbarkeiten, Energieeffizienz und die Bausubstanz – Aspekte, die in automatisierten Bewertungsmodellen oft unzureichend berücksichtigt werden. Zudem lohnt es sich, den Stockwerkeigentums-Erneuerungsfonds zu überprüfen. Eine gut gefüllte Reserve kann den Marktwert Ihrer Immobilie deutlich steigern.

Bankbewertungen fallen oft konservativer aus als die Bewertungen unabhängiger Experten, da sie als Grundlage für die Absicherung von Hypotheken dienen. Bei speziellen Objekten können die Bewertungen um bis zu 10 % voneinander abweichen. Atanos AG bietet professionelle Bewertungsdienstleistungen an, die lokale Marktkenntnisse mit detaillierten Analysemethoden kombinieren, um den bestmöglichen Verkaufspreis zu ermitteln.

Eine präzise Bewertung ist die Grundlage für die erfolgreiche Vermarktung Ihrer Immobilie im Aargau.

Schritt 3: Erforderliche Verkaufsunterlagen zusammenstellen

Benötigte Dokumente

Um den Verkaufsprozess reibungslos zu gestalten, ist eine vollständige Sammlung aller relevanten Unterlagen entscheidend. Fehlende Dokumente können potenzielle Käufer abschrecken und den Verkaufsabschluss verzögern, da Transparenz für Interessenten eine grosse Rolle spielt.

Zu den wichtigsten Unterlagen gehören:

  • Grundbuchauszug, Katasterplan und Grundrisse: Diese Dokumente liefern grundlegende Informationen zur Immobilie.
  • Sicherheitsnachweis (SiNa): In der Schweiz ist dieser Nachweis für elektrische Anlagen notwendig, wenn die letzte Kontrolle länger als fünf Jahre zurückliegt.
  • Gebäudeversicherung: Besonders im Kanton Aargau ist diese Pflicht. Sie wird beim Verkauf automatisch auf den neuen Eigentümer übertragen.

Falls es sich um eine Immobilie im Stockwerkeigentum handelt, sollten Sie zusätzlich folgende Dokumente bereithalten:

  • Begründungsakt und Reglement
  • Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen
  • Jahresabrechnungen

Bei vermieteten Objekten sind ausserdem bestehende Mietverträge und ein Mieterspiegel erforderlich. Renovationsbelege – etwa für Heizung, Dach oder Fenster – sind ebenfalls hilfreich, da sie den Werterhalt der Immobilie belegen und sich positiv auf den Verkaufspreis auswirken können.

Eine gut organisierte Dokumentensammlung spart Zeit bei der notariellen Abwicklung und vermittelt potenziellen Käufern ein Gefühl von Sicherheit. Planen Sie daher genügend Zeit ein, um alle Unterlagen zu beschaffen.

Zeitaufwand für die Dokumentenbeschaffung

Die Beschaffung und Überprüfung aller erforderlichen Dokumente kann zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen. Einige Unterlagen, wie Grundrisse oder Baubeschriebe, erhalten Sie direkt beim Bauamt. Katasterpläne können in der Regel beim Katasteramt angefordert werden. Beachten Sie, dass die Bearbeitungszeit je nach Gemeinde unterschiedlich ausfallen kann.

Überprüfen Sie insbesondere das Datum der letzten elektrischen Sicherheitsprüfung. Sollte diese länger als fünf Jahre zurückliegen, lassen Sie eine neue Inspektion durchführen, um Verzögerungen beim Notar zu vermeiden.

Erstellen Sie ein digitales Dossier mit allen relevanten Unterlagen, einschliesslich Bedienungsanleitungen und Garantien für fest verbaute Geräte. Dies erhöht das Vertrauen potenzieller Käufer und beschleunigt den Verkaufsprozess.

Schritt 4: Immobilie bepreisen und vermarkten

Verkaufspreis festlegen

Der Verkaufserfolg hängt stark von der richtigen Preisgestaltung ab. Im Kanton Aargau betrug der durchschnittliche Immobilienpreis im März 2026 CHF 7'346 pro m². Der Medianpreis für ein Haus lag bei CHF 1'171'938, während Wohnungen durchschnittlich CHF 806'427 kosteten. Diese Werte bieten eine Orientierung, doch die Preise können je nach Gemeinde und Objektgrösse stark schwanken.

Seit 2025 wird eine digitalisierte Bewertungsmethode verwendet, die auf den Marktwerten von 2024 basiert. Sie können offizielle Bewertungsunterlagen beim lokalen Steueramt einsehen. Falls Sie mit der Bewertung nicht einverstanden sind, besteht die Möglichkeit, Einspruch zu erheben.

Regionale Unterschiede spielen eine grosse Rolle: In Ennetbaden liegen die Preise für Wohnungen bei CHF 10'946 pro m² und für Häuser bei CHF 10'312 pro m². In Reinach (AG) hingegen sind die Preise deutlich niedriger – CHF 6'238 pro m² für Häuser und CHF 6'122 pro m² für Wohnungen. Auch die Grösse des Objekts beeinflusst den Preis erheblich. Kleinere Objekte mit 1 bis 2,5 Zimmern erzielen im Durchschnitt CHF 9'766 pro m², während grosse Häuser mit mehr als 7 Zimmern bei etwa CHF 6'998 pro m² liegen.

Sobald Sie einen marktgerechten Preis festgelegt haben, sollten Sie Ihre Vermarktungsstrategie entsprechend ausrichten.

Marketingplan erstellen

Ein professioneller Auftritt ist entscheidend für den ersten Eindruck. Hochwertige Fotos, detaillierte Beschreibungen und 3D-Rundgänge sind dabei unverzichtbar.

Die Bedeutung digitaler Präsentationen wird von Branchenexperten hervorgehoben:

"3D-Filme und Animationen sind derzeit die meistgesehenen Inhalte im Internet. Es ist viel wahrscheinlicher, dass Menschen sich einen kurzen Film ansehen, in dem eine Immobilie vorgestellt wird, als sich nur Fotos anzusehen oder Beschreibungen zu lesen."
– Alexander Gadomski, Founder and Owner, REND.PRO

Virtuelle 3D-Rundgänge bieten Interessenten die Möglichkeit, eine Immobilie bequem per Smartphone oder Computer zu erkunden. Das hilft, unverbindliche Anfragen zu reduzieren und ernsthafte Käufer zu identifizieren, die sich für eine physische Besichtigung interessieren. Ergänzen Sie diese digitale Strategie mit Inseraten auf grossen Online-Immobilienportalen sowie in lokalen Zeitungen im Aargau. Ein breiter Ansatz über mehrere Kanäle erhöht die Reichweite und kann die Verkaufszeit deutlich verkürzen.

Sendung Geld | Tele 1 | Immobilienverkauf

Tele 1

Schritt 5: Besichtigungen durchführen

Jetzt, wo Ihr Marketingplan umgesetzt ist, steht die Durchführung von Besichtigungen im Mittelpunkt.

Immobilie vorbereiten

Der erste Eindruck zählt – und zwar mehr, als man oft denkt. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Immobilie sauber, aufgeräumt und einladend wirkt. Öffnen Sie Vorhänge und Jalousien, damit möglichst viel Tageslicht hereinkommt. Persönliche Gegenstände wie Familienfotos oder auffällige Dekorationen sollten entfernt werden. Eine neutrale Gestaltung hilft Interessenten, sich die Immobilie als ihr eigenes Zuhause vorzustellen.

"Viel wichtiger ist, dass die Immobilie gepflegt und funktionstüchtig ist. Damit der Käufer die allenfalls benötigten Renovationskosten einkalkulieren kann, sollten Sie transparent auf Mängel aufmerksam machen."
– Mobiliar

Gehen Sie vor der Besichtigung einen Funktionscheck durch: Funktionieren alle Lampen – auch in Keller und Garage? Öffnen und schliessen Türen problemlos? Läuft die Heizung oder Lüftung einwandfrei? Stellen Sie sicher, dass alles in einem guten Zustand ist. Es ist auch hilfreich, einen Ordner mit allen relevanten Dokumenten bereitzuhalten, wie Renovationsnachweisen, Nebenkostenabrechnungen oder dem Energieausweis.

Kleine Details wie frische Blumen, angenehme Raumtemperatur oder ein leichter Duft können eine grosse Wirkung haben. All das schafft eine positive Atmosphäre, in der sich Interessenten wohlfühlen.

Käuferfragen handhaben

Interessenten haben oft viele Fragen – und darauf sollten Sie vorbereitet sein. Typische Themen sind Verkaufsgrund, die Nachbarschaft, Nebenkosten und frühere Renovationen. Transparenz bei bekannten Mängeln ist besonders wichtig, um spätere Missverständnisse oder rechtliche Probleme zu vermeiden.

Beginnen Sie die Besichtigung idealerweise mit den Highlights der Immobilie oder den Haupträumen, um gleich einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Zeigen Sie die Räume, beschreiben Sie sie kurz und lassen Sie den Interessenten dann Zeit, alles in Ruhe anzusehen.

Um sicherzustellen, dass Sie es mit ernsthaften Interessenten zu tun haben, können Sie vor der Besichtigung einen Finanzierungsnachweis verlangen. Das spart Zeit und hilft, den Verkaufsprozess effizienter zu gestalten. Abschliessend können Sie ein Kontakt- oder Interessenformular nutzen, um Feedback einzuholen und die nächsten Schritte zu planen.

Schritt 6: Verhandeln und Käufer prüfen

Nachdem die Besichtigungen erfolgreich abgeschlossen sind, geht es nun darum, die besten Konditionen auszuhandeln und die finanzielle Situation der potenziellen Käufer genau zu prüfen.

Beste Konditionen verhandeln

Verhandlungen sollten als ein Dialog gesehen werden. Ein Gegenangebot ist keine Ablehnung, sondern vielmehr eine Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen.

"Ein Gegenangebot ist kein Konflikt – es ist eine Einladung zum Dialog."
– Oliver S., RealAdvisor

Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Verhandlungen immer schriftlich, idealerweise per E-Mail, dokumentiert werden. So bleibt alles klar und nachvollziehbar. Geben Sie konkrete Zahlen an, wie zum Beispiel CHF 850'000, um Missverständnisse zu vermeiden. Zusätzlich empfiehlt es sich, Ihrem Gegenangebot eine Gültigkeitsfrist von 3 bis 7 Tagen zu setzen. Das schafft Dringlichkeit und verhindert, dass Ihr Angebot als unverbindlich betrachtet wird.

Bleiben Sie stets sachlich und stützen Sie Ihre Argumente auf Fakten wie Marktanalysen, Renovationsdokumente oder Vergleichspreise aus Ihrer Region, beispielsweise aus dem Aargau. Falls ein Käufer Preisnachlässe wegen notwendiger Renovierungen fordert – etwa wegen einer alten Heizung oder veralteter Fenster – sollten Sie professionelle Kostenvoranschläge einholen. Diese dienen als fundierte Grundlage für die Verhandlungen.

Käuferfinanzen überprüfen

Der Abschluss erfolgreicher Verhandlungen ist nur der erste Schritt. Es ist ebenso wichtig, die Zahlungsfähigkeit des Käufers sicherzustellen. Hierfür sollten Sie ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen oder eine Bankgarantie verlangen. Diese Zusicherung stellt sicher, dass die Bank des Käufers den Kaufpreis nach Eintragung ins Grundbuch freigibt. Im Gegensatz zu einer einfachen Finanzierungsbestätigung ist diese Garantie rechtlich bindend und bietet beiden Vertragsparteien Sicherheit.

"Das [unwiderrufliche] Zahlungsversprechen gibt dem Notar die nötige Garantie, bietet aber auch Sicherheit für beide Vertragsparteien."
– Mobiliar

Es ist zudem essenziell, sicherzustellen, dass der Käufer über ausreichend Eigenkapital verfügt und die notwendige Anzahlung leisten kann. So können Sie sicher sein, dass der Verkauf reibungslos abgewickelt werden kann.

Schritt 7: Rechtlichen Prozess abschliessen

Nach erfolgreichen Verhandlungen steht der rechtliche Abschluss des Verkaufs an. Dieser umfasst die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags und die Eintragung ins Grundbuch – erst dann ist der Verkauf rechtlich bindend.

Kaufvertrag notariell beurkunden

In der Schweiz schreibt das Obligationenrecht (Art. 216) die öffentliche Beurkundung des Kaufvertrags zwingend vor. Ein Notar übernimmt dabei eine neutrale Rolle: Er erstellt den Vertrag, informiert beide Parteien über ihre Rechte und Pflichten und sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Rund 10 Tage vor dem Termin erhalten Sie den Vertragsentwurf, um offene Fragen oder Unklarheiten rechtzeitig klären zu können.

Der Kaufvertrag enthält alle wesentlichen Details wie die Grundstücksbeschreibung (Parzellen- und Einheitsnummern), den Kaufpreis, Zahlungsbedingungen, das Übergabedatum sowie Informationen zu bestehenden Dienstbarkeiten und Hypotheken. Beim Beurkundungstermin liest der Notar den Vertrag vor, erläutert wichtige Punkte und beantwortet Fragen, bevor beide Parteien unterschreiben. Wichtig: Die Finanzierung des Käufers muss durch ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen der Bank gesichert sein. Dieses stellt sicher, dass der Kaufpreis nach der Grundbucheintragung freigegeben wird.

Nach der notariellen Beurkundung wird der Vertrag an das zuständige Grundbuchamt weitergeleitet, um den Eigentumsübergang rechtlich abzuschliessen.

Grundbucheintrag und Übergabe

Das Eigentum an der Immobilie wechselt erst mit der Eintragung ins Grundbuch, wie es im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (Art. 656) festgelegt ist. Der Notar übermittelt nach der Beurkundung den Vertrag und alle relevanten Unterlagen an das Grundbuchamt, beispielsweise im Kanton Aargau. Dieser Prozess dauert in der Regel 2 bis 4 Wochen. Erst nach bestätigter Zahlung und Eintragung ist die Eigentumsübertragung rechtskräftig.

"Zum Erwerbe des Grundeigentums bedarf es der Eintragung in das Grundbuch."
– Art. 656 Schweizerisches Zivilgesetzbuch

Bei der physischen Übergabe der Immobilie sollte ein Übergabeprotokoll erstellt werden. Darin werden der Zustand der Immobilie, die übergebenen Schlüssel sowie die Zählerstände für Wasser, Strom und Gas dokumentiert. Für die Zahlung und Eigentumsübertragung empfiehlt sich die Nutzung eines Treuhandkontos oder eine direkte Banküberweisung, um beide Vorgänge sicher zu synchronisieren. Zusätzlich geht die Gebäudeversicherung automatisch auf den neuen Eigentümer über. Der Käufer hat jedoch 30 Tage Zeit, den Versicherungsanbieter zu wechseln, falls gewünscht.

Fazit

Der Verkauf einer Immobilie im Aargau erfordert eine sorgfältige Planung und klare Struktur. Die sieben Schritte – angefangen bei der Zustandsanalyse über die Bewertung und Dokumentation bis hin zur notariellen Beurkundung – bilden die Grundlage für einen erfolgreichen Abschluss. Sie decken alle wichtigen Bereiche ab, darunter Bewertung, Unterlagen, Vermarktung, Verhandlungen und rechtliche Formalitäten.

„Mit der sorgfältigen Vorbereitung und Planung Ihres Verkaufs verhindern Sie unerwartete Probleme"
– Mobiliar

Eine vollständige Dokumentation, einschliesslich Grundbuchauszug, Bauplänen und Versicherungsnachweisen, stärkt das Vertrauen potenzieller Käufer und erleichtert deren Finanzierungsentscheidungen.

„Je detaillierter die Dokumentation ist, desto höher die Chance, das Haus schnell und zu einem guten Preis zu verkaufen"
hausinfo.ch

Die Zusammenarbeit mit Fachleuten macht sich bezahlt – sei es bei der Immobilienbewertung, der Vermarktung oder der rechtlichen Abwicklung. Ein realistischer Angebotspreis verhindert, dass Käufer abgeschreckt werden, während ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen die Finanzierung absichert. Expertenhilfe sorgt nicht nur für die bestmögliche Preisgestaltung, sondern minimiert auch das Risiko von Verzögerungen. Planen Sie eine Verkaufsdauer von 3 bis 12 Monaten ein.

Wenn Sie jeden Schritt konsequent umsetzen – von der ersten Besichtigung bis zur Eintragung ins Grundbuch – maximieren Sie den Verkaufserlös und stellen einen reibungslosen Abschluss sicher.

FAQs

Welche Steuern und Gebühren fallen beim Immobilienverkauf im Aargau an?

Beim Verkauf einer Immobilie im Kanton Aargau wird eine Grundstückgewinnsteuer erhoben. Diese beträgt zwischen 10 % und 40 % des erzielten Gewinns und hängt von der Höhe des Gewinns ab. Zusätzlich wird eine Handänderungssteuer von 0,4 % fällig, die üblicherweise vom Käufer getragen wird.

Wie lange dauert ein Immobilienverkauf im Aargau typischerweise wirklich?

Ein Immobilienverkauf im Aargau kann sich über mehrere Monate erstrecken. Wie lange es genau dauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Lage, Preis, Zustand der Immobilie und Nachfrage spielen eine entscheidende Rolle. Unter normalen Umständen sollte man mit einer Dauer von einigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten rechnen. Dabei beeinflussen sowohl die aktuellen Marktbedingungen als auch die Sorgfalt bei der Vorbereitung den Verkaufsprozess massgeblich.

Was passiert, wenn nach dem Verkauf versteckte Mängel entdeckt werden?

Tauchen nach dem Verkauf einer Immobilie versteckte Mängel auf, haftet der Verkäufer, wenn diese bei der Übergabe nicht erkennbar waren und den Gebrauch oder Wert der Immobilie erheblich beeinträchtigen. Grundlage hierfür ist Art. 197 des Obligationenrechts (OR). Diese Haftung gilt ausschliesslich für wesentliche Mängel, die bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs bestanden haben.

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Immobilienexperte, Atanos AG

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